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Samstag, 31. August 2013

Nachlese, zweiter Teil

Et voilà! Der versprochene Nachschlag! :-)

Schon oft gehört, noch nie selber gekocht: es gab' der Hitze wegen Gazpacho. Das Rezept versprach den Geschmack der Sonne Andalusiens und ich kann so ein bißchen Sonnengeschmack nur weiter empfehlen. Die kalte Suppe aus Tomaten, Gurke, Paprika, Zwiebel und Knoblauch wird mit Weißbrot (!?!) pürriert und mit Olivenöl, Rotweinessig, Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Erfrischend, gemüsig, lecker: solide drei Sterne.
 




Zwischenzeitlich gab's bei uns große Auberginen-Woche mit Rezepten aus Italien, aus dem Orient und aus Frankreich.
 

Zunächst Parmigiana di melanzane, also Auberginengratin mit Käse. Ich dachte beim Rezeptestöbern zuerst an Musaka, und vermutlich ist dieses Rezept auch nur eine Italienische Variante davon, sie ist deftig, saftig und lecker; Aubergine, Mozarella, viel Basilikum, Dosentomate und Parmesan kommen hinein. Dazu gibt's Brot und zu meckern gibt es nicht viel. Das braten der Auberginen macht einige Arbeit.
Wenn ich Auberginen in Scheiben schneide, wünsche ich mir dafür immer eine Brotschneidemaschine, damit die Scheiben auch gleichmäßig dick werden. Die Scheiben werden dann gesalzen und 10 Minuten stehen gelassen, angeblich werden so die Bitterstoffe heraus gelöst. Es tritt jedenfalls ne Menge Flüssigkeit aus, die man mit Küchenpapier abtupft. Mal mache ich es so, mal lass ich die Prozedur weg. Einen richtig großen Unterschied habe ich bislang nicht feststellen können.
Vor dem Braten sollten die Scheiben nun noch mehliert werden, was sich als absolut überflüssig entpuppte und uns nur unnötig die Pfanne versaut hat. Das schwarze, dünn angebackene Zeug ließ sich bis heute nicht wirklich entfernen.
Der Auflauf jedoch war köstlich und hat sich vier Sterne verdient!



Französisch ging es weiter mit einer Variante von Ratatouille. Zu den klassischen Zutaten kommen hier noch Rosinen, getrocknete Sauerkirschen, Orangenmarmelade und Balsamico-Essig hinein, dafür wird aber die Zucchini weggelassen. Dementsprechend war das Ganze schon etwas exotisch. Leider waren wir beide ordentlich verschnupft und konnten die Aromen sicherlich nicht angemessen würdigen.




Als "bunt und lecker" pries das orientalische Kochbuch den warmen Gemüsesalat mit Aubergine, Zwiebel, roter und grüner Paprika. Wie auf dem Foto vielleicht zu erkennen, war da nichts wirklich bunt. Nach dem Braten in der Pfanne sticht aus dem grau-braunen Einheitsbrei nur noch etwas rote Paprika heraus. Wir haben versucht, dass durch Petersilie zu kaschieren. Wirklich berauschend war's aber auch nicht sondern eher enttäuschend.




Daher zurück nach Italien, von dort gab's noch mehr Auberginen in Form von Caponata. Das Sizilianische Gericht wird durch Rotweinessig ordentlich sauer. Probiert man die Sauce alleine, kann das unangenehm penetrant sein. Zusammen mit dem Gemüse und etwas Reis als Beilage ist es aber annehmbar, Michael möchte sogar sagen echt ganz lecker. Leider gehört Stangensellerie hinein, den ich eh nicht so gerne mag und leider ist es auch gerade der, für den die angegebene Garzeit hier einfach nicht ausreicht. Er ist also SEHR knackig und dadurch etwas penetrant, vorher separat länger anbraten hätte helfen können. Aber hinterher ist man ja immer schlauer. Michael vergibt drei Sterne, ich nicht. ;-)




Noch so ein Rezept mit unausgegorenen Zeitangaben: Fisch aus dem Ofen. Das Rezept ist wieder orientalisch, der Fisch ist eine Dorade. Eingeschnitten und beschmiert wird er mit einer Chermoula und kommt dann in die Auflaufform auf ein Bett aus dünnen Kartoffelscheiben, Zucchini, Tomaten und Möhren. Tja, was soll ich sagen, egal wie dünn man die Kartoffeln schneidet, sie sind natürlich niemals so schnell gar wie der Fisch. Im Ganzen soll es eine Stunde bei 170° sein, was mir für den Fisch schon etwas viel vorkam. Er hat's aber ganz gut verkraftet. Die Kartoffeln und Möhren aber waren noch... naja... äh... ich sag mal bißfest.
Hinzu kommt eine echt lange Kochzeit. Eine Stunde haben wir vorbereitet, Gemüse geschnippelt etc, eine weitere Stunde muss das Ding noch in den Ofen. Das Aufwand-Genuß-Verhältnis passt hier also leider auch gar nicht. Trotzdem war der Fisch echt lecker und so gibt's noch zwei Sterne.



Wieder zurück nach Italien zu Pasta mit Zucchini. Ganz viel kann da nicht schief gehen, dachte ich. Bin ja ein absoluter Saucen-Fan und Sauce gab' es bei diesem Gericht leider viel zu wenig, also eigentlich gar nicht. Ganze 60ml Weißwein gesellen sich zu den Zucchini in die Pfanne und davon verkocht das Meiste. Da nutzen die 4 (!!) Eßlöffel vom Nudel-Wasser, die später noch hinzugefügt werden auch nicht mehr ganz viel. Für meinen Geschmack war außerdem viel zu viel Petersilie drin. Ganz einfach: Nudeln mit Zucchini kann man leicht leckerer machen als dieses Rezept es beschreibt, darum erspare ich euch weitere Details.




Geht euch das manchmal auch so: Ihr kommt nach einem langen Tag nach Hause und habt totalen Hunger. Der Körper ist schon leicht unterzuckert, das Gehirn arbeitet auf Notstrom. Mit Müh und Not zimmert ihr noch etwas zum Essen zusammen schiebt es in den Ofen und dann.... wird die kleine Verschnaufpause in der Wagerechten plötzlich doch etwas länger.


Allein die halben Feigen auf dem Hefeteig, die so putzig aussahen, haben uns nicht wach gehalten.




Statt eines köstlichen Feigen Focaccias hatten wir also später ein hartes Hefebrot mit Feigen und Knusperlauch... oder so. Nichts desto trotz ließ sich das Potential erkennen. Eine Hälfte haben wir vorschriftsmäßig mit Gorgonzola gemacht, die andere Hälfte geschmacksneutraler mit Mozzarella. Es steht jedenfalls fest: Dieses Rezept müssen wir nochmal wachen Geistes zubereiten. Allerdings werden wir dann auch einen anderen Hefeteig testen, der hoffentlich noch ein wenig mehr aufgeht und fluffiger wird. So, wie wir es hinbekommen haben leider nur ein Stern mit Potential auf vier. Wow, was für eine Diskrepanz.





Aber nun: Die Krone unserer letzten Testreihe: Karamellisierter Fenchel mit Ziegenquark. Sollten wir mal wieder Gäste zum posermäßigen Abendessen einladen, könnte dies die Vorspeise sein, die unsere Testesser direkt vor Verzückung die Augen verdrehen lässt und uns ewige Huldigungen ob unserer Kochkunst sichern wird. ;-) Ich gehe jede Wette ein, dass selbst ausgemachte Fenchel-Hasser hier nicht enttäuscht werden.


Aber zu den Details: Man nehme junge Fenchelknollen und schneide sie in Scheiben. Fenchelscheiben in schäumender Butter-Öl-Mischung anbraten und wieder aus der Pfanne nehmen. Dann Zucker in die Pfanne geben und karamellisieren lassen, Fenchelsamen, Salz und Pfeffer hinzu geben und dann die Fenchelscheiben hinein. Vorsichtig wenden, bis der Fenchel vom Karamell und den Gewürzen umhüllt ist. Fenchel dann mit gehacktem Dill und Knoblauch vermischen und auf Tellern anrichten. Ziegenquark (wir haben jungen Ziegenfrischkäse genommen, ebenfalls köstlich), auf den Fenchel setzen, alles mit Olivenöl beträufeln und mit Fenchelgrün und Zitronenabrieb bestreuen. Brot dazu, fertig und wunderbar! (hier widerstehe ich der Versuchung, 20 Ausrufezeichen zu tippen)
Eindruck schinden kann so einfach sein. :-)



Draußen ist es hier nun schon fast herbstlich, vorallem abends, und ich fange langsam an, mich auf Kürbis zu freuen. Was immer ihr euch am Wochenende noch brutzelt, lasst es euch schmecken und schlaft bloß nicht während der Backzeit ein. ^^

Freitag, 23. August 2013

Nachlese, erster Teil

So ihr Lieben,

es ist an der Zeit mich nach längerer Abstinenz mal wieder zu Wort zu melden.
Erst war ich krank, :-(
dann auf Trainingsreise, :-)
dann wieder krank, :-(
und zwischendurch war auch noch Sommer :-)
und den hab' ich genossen, statt Zeit vor meinem PC zu verbringen.

Bitte seht es mir nach.

Wie immer ist unsere Küche deshalb aber nicht kalt geblieben und hier kommt daher wieder eine Menge Neues und es waren echt tolle Gerichte dabei. Juchu! Da es echt viel ist, werd ich die Besprechung wohl in zwei Abschnitte verpacken. Mal sehen, wie weit ich heute noch komme...



Schon angekündigt war der Reis mit Huhn und Kirschen. Da Sauerkirschen nicht zu bekommen waren, mussten wir auf Süßkirschen ausweichen. War nicht so schlimm, der Kirschreis war spannend und lecker. Nicht toll war das Huhn, welches zerlegt und kurz angebraten wird, um dann verpackt im Kirsch-Reis gar zu dämpfen. Das scheint nicht die beste Möglichkeit zum Garen eines Huhns zu sein, es war leider sehr gummiartig und ist so nicht zu empfehlen. Lieber separat z.B. im Ofen zubereiten, dann passt es. Vier Sterne für den Reis mit Kirschen, einen Gnadenstern für das Huhn.





An Tagen, an denen man seine Zeit lieber bei einem kühlen Getränk unter dem Sonnenschirm statt in der Küche verbringen will reicht die Zeit vielleicht gerade noch, um Verdura grigliata auf den Weg zu bringen: gegrilltes Gemüse. Das ist einfach und schnell gemacht (Was für uns halt so einfach und schnell ist, ne?). Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Zucchini, Paprika, Frühlingszwiebeln und Champignons dann durch ein wenig Olivenöl ziehen, salzen, pfeffern und auf einem Blech verteilen. Etwa 15 Minuten im Ofen unter den Grill schieben. Fertig. Dazu kann man ein Dressing aus Weinessig, Kapern und Petersilie machen, welches ebensogut zu einem gemischten Blattsalat passt. Vielleicht noch Brot dazu? Und dann den Sommer genießen.




Ich muss mich jetzt nochmal als Bohnen-Fan outen. Von den Weißen mal abgesehen mag ich sie alle sehr. Hab' mich also auch sehr gefreut auf gemischte Bohnen mit Liebstöckl und aromatischen Gewürzen. Die Gewürze sind hier Kreuzkümmel und Koriander, Kurkuma, gemahlener Ingwer, Kardamom, Nelken, Salz, Zucker und Pfeffer. Zu den gemischten Bohnen zählen neben Stangenbohnen und Dicken Bohnen  wohl auch Zuckerschoten, das kam mir gerade recht, denn die ess ich besonders gern. Bohnen und Gewürze also mit Tomaten und -saft 25 Minuten schmoren und dann gehackten Liebstöckel unterrühren. Überraschenderweise passt dieses eher penetrante Maggi-Kraut ziemlich gut und so hat das ganze auch vier Sterne verdient!




An der kalten Artischockensuppe mit Joghurt und einer Gremolata aus Paprika, Dill und Frühlingszwiebeln schieden sich unsere Geister. Ich fand sie erfrischend und lecker, Michael hat seinen Teller kaum heruntergewürgt bekommen. Man muss allerdings zugeben, dass es schon ein bißchen Arbeit macht, frische dicke Artischocken zu garen und zu putzen, so dass man am Ende zur Zubereitung der Suppe nur noch die Böden hat. Klar gehen die auch aus der Dose, schmecken dann nur... nach Dose.
Macht als Wertung drei Sterne von mir und einen von Michael, im Ganzen also (leider) nur zwei Sterne.




Noch mehr Arbeit mit Artischocken und noch mehr Genuss: Frittierte Artischockenherzen mit Dicke-Bohnen-Stampf. Dies bedeutete nochmals, mehrere dicke Artischocken zu kochen und vom üppigen Blattwerk zu befreien. Naja, man kann die Blätter mit leckerer Senfsauce auszutzeln. Unser Genöle darüber hielt sich also in Grenzen. Viel schlimmer waren die dicken Bohnen, die nicht nur aus ihren pelzigen Schoten sondern auch aus ihren ledrigen Häuten befreit werden wollte. Leider schmecken sie so aber auch eindeutig am Besten.
Die Artischockenböden paniert man in Pankomehl und frittiert sie in Olivenöl. Die Dicken Bohnen werden mit Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl gestampft und mit gehackter Minze abgerundet. Belohnt wurden wir dann -Stunden später- mit einem recht posigen Anblick und mir hat es auch ausgezeichnet geschmeckt. Michael war eher zurückhaltend, im Durchschnitt aber noch drei Sterne. Zum Verhältnis Aufwand-Genuss sag ich aber mal lieber nichts...




Nudeln sind nicht nur schnöde, sondern können auch fein werden, in Pasta al ragu di coniglio, Nudeln mit Kaninchenragout zum Beispiel. Wer jetzt an ein von Rotwein dunkles, schweres Gericht denkt, liegt falsch, denn hier kommt Weißwein ins Spiel. Zum Kaninchen gesellt sich noch so allerlei, vorallem Tomaten, und dann lässt man es ca. 30 Minuten schmoren. Da das Fleisch hier zerkleinert und ohne Knochen ist, geht das ausnahmsweise mit der kurzen Garzeit. Und so verwandeln sich Bandnudeln in eine Besonderheit.




Der Sizilianischer Blumenkohlsalat hingegen hat uns (vielleicht wegen der vergessenen Petersilie) nicht begeistern können. Michael ist zwar ohnehin kein Fan von Blumenkohl, aber ich behaupte ja immer, dass man jedes Gemüse mit der richtigen Zubereitungsart genießbar machen kann. Hier hat das jedenfalls nicht geklappt. Blumenkohl, Safran, schwarze Oliven, Rosinen und Pinienkerne (und, JAAA, Petersilie), das klingt doch erstmal spannend. Hm, naja, vielleicht spannend, war aber eben leider nicht so lecker. Man konnte es noch ganz gut essen und so nimmt dieser Salat zwei Sterne mit heim.



Michael hat auch gekocht, als ich im Urlaub war und zwar würziges Lammragout mit Couscous. Dem hat er auch vier Sterne gegeben, aber kein Foto gemacht. Das Rezept wird es wohl dennoch bald hier zu lesen geben, denn es stammt aus einem der geliehenen Bücher, und wir müssen es ja irgendwie für uns selbst archivieren. ^^




So, das war nun vielleicht nicht ganz die Hälfte unserer Experimente, aber der Rest kommt auch noch, versprochen. Ich möchte mich an dieser Stelle nochmal sehr herzlich für die lieben Kommentare bedanken und auch für das Feedback zu von uns getesteten Rezepten.
Unser Leser Matthias aus Hamburg hat sich (wohl wegen der enthaltenen vier Knollen Knoblauch vorsichtshalber im Italienurlaub) unserer Knoblauch-Ziegenkäse-Tarte angenommen und war sehr begeistert. Das gesendete Foto sieht der Abbildung in unserem Kochbuch auch ziemlich ähnlich. Danke. :-)






Euch allen einen guten Start ins Wochenende und stets Gelingen beim Kochen. :-)

Samstag, 13. Juli 2013

SO schmeckt der Sommer!

Folgendes Gericht ist eine echte Zelebrierung des Sommers: gedünstete dicke Bohnen, Erbsen und Artischocken mit Thymian und Minze oder kurz la vignarola oder vignole. Dies ist ein römischer Frühlingseintopf, dessen Zutaten man dort zur passenden Jahreszeit angeblich fertig vorbereitet in Beutelchen kaufen kann. Praktisch, denn möchte man hier frische Zutaten haben, hat man wirklich -wirklich- viel Arbeit damit. Es müssen dicke Bohnen enthülst und die Bohnenkerne danach noch gepellt werden, Erbsen müssen entschotet und Artischockenböden vorgegart werden.

Einfacher geht's natürlich mit TK-Bohnen (aber auch die sollte man noch pellen), TK-Erbsen und Artischockenböden aus der Dose oder vom Antipasti-Stand eures Vertrauens. Der ganz faule Koch kann sich auch das Bohnenpellen sparen, aber ganz ehrlich, das schmeckt einfach nicht so fein. ^^

Wir haben hier vom Vier-Sterne-Potential einen abgezogen. Warum? Artischockenböden aus der Dose haben einfach zu viel "Dosengeschmack" bzw. sind einen Tick zu sauer. Ansonsten ist dieses Gericht uneingeschränkt zum Nachkochen zu empfehlen, einmalig sommerlich, lecker!





Nächstes Experiment, gleiches Kochbuch: Gnocchi-Gratin mit grünem Salat in Joghurt-Dressing. Hierfür vermischt man Mascapone mit Milch und Parmesan und lässt das ganze im Ofen schmelzen, bevor man die Gnocchi unterhebt und alles nochmal mit einer Parmesan-Semmelbröselmischung überbackt. Mal wieder eine Zubereitungsart, auf die ich nie im Leben selbst gekommen wäre. ^^
Lecker ist es auch, jedoch taugt es mehr als Beilage und dafür wiederum macht es eigentlich zu viel Arbeit. Vermutlich schmecken Gnocchi ganz einfach in Butter gebraten nicht weniger gut. Dieses Gratin wird also nicht wieder gekocht, also zwei Sternchen.



Apropos "sommerlich": Eine Einladung zum Doppel-Geburtstags-Grillen trieb uns aus der Küche und an die Münsteraner Promenade. Eigentlich wollte ich zu diesem Anlass marinierte Makrelen grillen. Ein Blick in den Fischratgeber jedoch genügte, um mir die Idee schnell wieder auszutreiben. Statt dessen daher gefüllte Forelle, die macht nicht nur ein besseres Gewissen sondern außerdem viel weniger Arbeit. Wer sich mit wenig Aufwand mal eben ein köstliches Grillgut schaffen möchte verfährt wie folgt:
  • Forelle mit Olivenöl einreiben, von innen und außen salzen und pfeffern, innen zusätzlich mit gemahlenem Koriander würzen.
  • Limettenscheiben, Basilikum-Blätter und Fenchelsamen im Fischbauch  verteilen.
  • Fisch ca. 10-15 Minuten grillen, dabei mehrmals wenden. 
Fertig! Und vermutlich 10mal besser als verkohlte Grillwürstchen. :-)


Wie war das nun mit "Rebekkas Revenge"? Ja-haaa, das Gesöff sieht man oben auf dem Foto schon über dem Fisch drohen. Erfunden habe ich das Rezept schon im letzten Sommer. Mitlerweile hat sich herumgesprochen, dass es lecker ist und immer öfter fragt man mich nach der Zubereitung, daher hier die Infos zum selber testen:

Zutaten
  • Ginger Ale
  • Limettensaft (und dünne Limettenscheiben)
  • Holunderblütensirup
  • Erdbeeren (geputzt und die dicken in mundgerechte Stücke geschnitten)
  • Pfefferminze (leicht zerrupft)
  • Bei der alkoholfreien Variante ist hier Schluß und es schmeckt herrlich, wer mag ergänzt eine beliebige Menge Wodka.
Alles in einer Karaffe oder einer Schüssel mischen. Zu den Mengen kann ich leider keine genauen Angaben machen. Bei besagtem Grillevent hatte ich 2,5 Liter Ginger Ale mit je zwei Kellen Limettensaft und Sirup. Ich schmecke zwischendurch immer ab und füge dann noch Limettensaft und/oder Sirup hinzu, bis ich zufrieden bin. Ähnlich verfahre ich mit dem Wodka, wobei man da noch überlegen sollte, wie rasant man beschickert werden möchte.
Am besten reicht man Holzspieße oder ähnliches Gerät dazu, um Erdbeeren und erfrischende Minze aus dem Glas zu fischen.

In diesem Sinne sommerliche Grüße und euch allen ein schönes Wochenende!


Sonntag, 7. Juli 2013

Nie wieder Tzatziki!

Dieser Tage hatte ich Besuch von einer langjährigen Freundin (Nächstes Jahr kennen wir uns 30 Jahre, au weia!). Michael wollte gerne Kaninchen oder Rinderfilet kochen und mein Besuch durfte entscheiden. Kaninchen ist ja nun nicht jedermanns Sache. Weil es aber so wenig alltäglich ist, sollte es dann doch das Langohr werden. Gute Wahl!

Zubereitet haben wir also Coniglio al finocchio, sprich Kaninchen mit Fenchel (und schwarzen Oliven), dazu gab's Michaels perfektionierte 5-Sterne-Rosmarinkartoffeln. Das Rezept ist eigentlich gut, nur die angegebene Schmorzeit reicht hinten und vorne nicht, um das Kaninchenfleisch so zart zu machen, wie es sein sollte. Unter zwei Stunden geht das eigentlich nicht, im Rezept steht jedoch 45 Minuten. Dann ist das Fleisch zwar gar, aber eben deutlich zu fest. Geschmacklich war's dennoch super und die Sauce... ein Gedicht. So, wie es war, nur drei Sterne, Potenzial für mehr vorhanden!



Gleich drei Rezepte testeten wir für unseren Abend der orientalischen Vorspeisen. Zunächst ein Möhrenpüree mit Knoblauch, Zitrone, Kreuzkümmel, Harissa und schwarzen Oliven. Ich fand's gut, Michael nicht so.




Dazu gab's grüne Oliven mit Chermoula aus Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Koriandergrün, Zitronensaft und einigen Gewürzen. Erste Schwierigkeit ist es, gute Oliven zu bekommen, die noch nicht mariniert sind. Zweite Schwierigkeit ist, noch nicht alle Oliven zu verputzen, bevor die Marinierzeit vorbei ist. Die Dinger sind nämlich einfach schweinelecker.




Ein wahrer Augenöffner aber war der Gurkenjoghurt mit Rosinen. Seit ich diesen probiert habe, braucht mir nie wieder jemand mit Tzatziki zu kommen. Wir sind so angetan, dass es für euch diesmal sofort das Rezept gibt.
Lustigerweise hatte uns die Dame am Kräuterstand auf dem Markt Zitronenmelisse statt der gewünschten Pfefferminze gegeben und wir haben dies erst daheim bemerkt. Egal, dachten wir uns, testen wir es halt so und siehe da: Es schmeckte hervorragend. Gestern waren wir zum Grillen geladen und haben das Ganze nochmal mit Minze getestet. Auch gut, aber nicht ganz so begeisternd.



Viel versprochen hatten wir uns von der grünen Tortelloni-Minestrone. Bei so vielen leckeren Zutaten kann das doch nur gut schmecken, oder? Im Bild fehlen noch Thymian, Erbsen und Cannelini-Bohnen.
frische Spinat-Ricotta-Tortelloni vom Markt, Selleriestange, Katoffel, Lauch, Zucchini, Basilikum, Bohnen


An dem Kochbuch, aus dem das Rezept stammt, muss ich erst einmal loben, dass stets angegeben ist, wie viel Salz man nehmen soll. Zwischen einer Prise und zwei Teelöffeln liegen nunmal Welten, die ein Gericht heben oder verhunzen können. Nach erfolgreichem Testkochen schreiben wir daher stets eine Angabe zur Salzmenge an den Buchrand.

Die hier angegebene Menge aber hätten wir gut verdoppeln können oder unser Fleur de Sel ist einfach zu mild. Erstes Manko also: die Minestrone war etwas fad geraten. Nunja, nachsalzen kann man ja. So richtig begeistert waren wir danach aber immer noch nicht. Wie kann das sein, dass ein Eintopf aus so vielen leckeren Dingen am Ende doch unspannend bleibt? Sollten wir eine derartige Suppe nochmal kochen, nehmen wir vielleicht gleich Gemüsefond statt Wasser zum garen.Könnte Abhilfe schaffen.
Das Kochbuch schwärmt von dieser Tortelloni-Minestrone, weil sie auch 1-2 Tage später aufgewärmt noch super sei. Leider ist das Beste an der Suppe, die Tortelloni, einen Tag später total labberig aufgeweicht, wie das bei Nudeln nunmal so ist, wenn sie einen Tag lang in Flüssigkeit liegen. Leider kommt dieses Gericht daher nicht über "ganz lecker" hinaus.